Anja in Malaysia

Hab mir gedacht, es wär mal ne nette Idee ne Page zu erstellen, sodass alle meine Freunde immer wissen was ich mache während meines Aufenthaltes in Malaysia. Werd also versuchen ab und zu mal was zu schreiben, was ich da alles so erlebe und werde auch Fotos reinstellen... Und ich hoffe natürlich auf Post von euch!

Thursday, September 28, 2006

Neues Projekt

Hey Leute!
Alles fit bei euch? ich hoere so wenig! wo seid ihr abiturienten denn jetzt alle zum studieren hingezogen? Dass ihr mich ja auf dem laufenden haltet!
Also es gibt Meuigkeiten bei mir! Ab Montag arbeite ich vormittags in einem Kindergarten der nicht so weit von mir entfernt ist. Insgesamt, wird es aber wohl schon eine Stunde dauern um dort selbstaendig hinzukommen. Was ich genau machen werde, weiss ich noch nicht, aber ich denke ich werde hauptsaechlich als Hilslehrer arbeiten und den schwaecheren Kindern bei den Aufgaben helfen. Der Kindergarten ist hier naemlich eher eine Vorschule und sie lernen schon rechnen, schreiben, Englisch und bestimmt noch ganz viel mehr. Der Kindergarten befindet sich in einem normalen doppelstoeckigen Haus und es gibt sehr wenig Platz. In jeden Raum stehen ueberall Gruppentische an denen die kleine sitzen. Ich freue mich jetzt auf jeden Fall, dass ich endlich auch morgens was zu tun habe und das Projekt nicht ganz so weit weg ist. Letzte woche habe ich uebergangsweise in einer Schule auch als Hilfslehrer gearbeitet, wobei ich allerdings hauptsaechlich eine Mathearbeit fuer die erste Klasse auf dem Computer getippt habe. Diese Schule ist aber ziemlich weit weg und mit dem Bus dauerte es meistens ueber 2 Stunden. Die Kinder in der Schule waren aber echt suess, teilweise aber auch schwierig, weil mansche von dem Waisenhaus nebenan dorthin kommen. Mir ist klar beworden, dass es super schwierig ist ein guter Lehrer zu sein und die Kinder, ohne sie anzuschreien, ruhig zu kriegen. Ich frag mich echt, wie man das schafft!
Diese Woche haben die Hindus in Sai Ananda fuer 10 tage jeden Abend ein Treffen, bei dem sie hauptsaechlich singen ( sie nennen es auch prayers oder bhajans). Ich war bis jetzt nur einmal da, aber am Wochenende wird wieder den ganzen tag gekocht und das Essen wird dann nach den prayers gereicht. Gleichzeitig ist fuer die Muslime auch der Fastenmonat, was sich auch bemerkbar macht. In den zahlreichen restaurants sitzen meistens nur Chinesen oder ein paar Inder oder Orang putihs (weisse) sitzen. Ich habe gehoert, das wenn Malayen tagsueber beim essen erwischt werden, sie ins Gefaengnis kommen. So streng kann das aber nicht sein, weil es auch ausnahmen gibt, z.b. wenn man krank ist oder frau ihre tage hat.
Dafuer gibt es aber super viele Essensstaende, die auf der Strasse essen zum mitnehmen verkaufen und es gibt extra Maerkte, die richtig viel essen verkaufen. Einmal habe ich auch schon malayen gesehen, wie sie in einem restaurant vor ihrem essen sassen und gewartet haben, bis die gebete anfangen, bzw. aufhoeren. Dann duerfen sie erst essen.
Manche Inder fasten auch, aber nur fuer die 10 tage und dann essen sie ein paar fruechte oder sowas.
Die chinesen habe am Sonntag ein Mooncakefestival. Mooncake ist so ein kleiner runder Kuchen, der lustige sachen, wie Mais, rote bohnen oder gruenen tee enthaelt. Insgesamt schmeckt es aber einfach nur suess. Leider ist meine familie sehr europaeisch und wenig traditionell und feiert dieses festival deswegen auch nicht. Aber meine gastmutter will mich zu irgenteiner Mall bringen, wo sie das feiern...
Letzen Sonntag war ich in einer chinesisch methodistischen Kirche, zusammen mit meinen gastschwestern. Hat mich sehr an die Kirche in denUSA erinnert, in die ich da meistens ging. Lustig war, dass die Message auf Chinesisch war, aber jeder satz auf Englisch uebersetzt wurde und zwar in so einem Tempo, dass es sich eher wie ein streitgespraech zwischen pastor und uebersetzter angehoert hat... auch ne methode um seine lange rede kurz zu fassen. Die message an sich was ueber Missionsarbeit, aber ich fand sie jetzt nicht so interessant, aber es war auch schwer diesen Gestreite zu folgen.
Danach habe ich noch ein paar Freunde von Lili ( meiner gastschwester, die uebrigens mit AFS fuer ein Jahr wahrscheinlich nach Deutschland geht) von der Kirche getroffen, die echt ganz nett waren. Wir haben suessigkeiten und colorierte Eier gegessen, die von jemandem bekommen haben, die geheiratet haben oder so was. Das ist ueberhaupt hier so eine tradition, wenn man zu einer Hochzeit, eine Taufe oder einer Verlobung geht oder das Kind einen Monat alt wird oder sonst irgentwelche wichtigen (oder fuer und vielleicht eher unwichtigen) Anlaesse.
Letzten Sonntag habe ich fuer meine chinesische Familie deutsches essen gekocht: Kartoffelbrei, Wuerstchen (leider nur Huehnchen), scharfe malaysische Pfeffersauce (da ich keine andere gefunden habe) und Salat mit Feta. Hat ihnen wohl schon geschmeckt, wobei ich glaube, dass es ihnen nicht scharf genug war. Mein gastvater meinte nur, er koennte nicht ueberleben, wenn er das jeden tag essen muesste... vielleicht schmecken ihm ja meine spaghetti, die ich demnaechst mal machen werde.
Ok, ich glaub das waren jetzt erstmal genug eindruecke und erlebnisse, ihr hoert bald wieder von mir und ich hoffentlich auch mal von euch! (hatte nur so lange gedauert, weil unser computer seit 2 woche kaputt ist)
Ist bei euch denn schon Herbst? also hier ist hat es nach wie vor 34 grad! :P

Monday, September 11, 2006

Auf Dschungelexkursion im Taman Negara National Park

Also mal wieder weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll... Wohl am besten beim interessantesten und aktuellsten: das letzte Wochenende hab ich zusammen mit einer Gruppe von AFSern in einem Dschungelnationalpark verbracht. Am Samstag sind wir frueh morgens in Kl losgefahren und waren dann nachmittags in unserem Gaestehaus angekommen, das aus kleinen zimmern in Jugendherbergstil bestand. Das Badezimmer hate immerhin eine kalte Dusche, oft sindhiereinfache Plastikbehaelter zum duschen ueblich. Dietoilette war aber traditionell eine Stehtoilette, die am ehesten an ein Plumsklomit Spuelung und ohne Sitz erinnert. (Keine Sorge, in meiner familie habe ich natuerlich eine normale Toilette und eine Dusche mit heissem Wasser, obwohl die Temperatur des Wassers auch sehr launisch ist). Dann war unser erster Programmpunkt eine Wanderung zu und durch eine Fledermaushoehle. Zu allen Ausfluegen wurden wir mit einfachen Holzbooten mit Motorantrieb gefahren, da wir an einem Fluss wohnten, und der Dschungel auf der anderen Seite begann. Dann sind wir ein bisschen durch den Dschungel gelaufen, bis wir endlich an der Hoehle ankamen. Die durchquerung der Hoehle gestaltete sich dann sehr spassig und zwar aus dei gruenden: 1. Wir mussten de meiste Zeit auf den knien krabbeln, weil es so eng war. 2. Die Fledernmaeuse hingen nur einige Zentimeter von unseren Koepfen entfernt und sind gegen mich gegen geflogen. 3. Am Ende hat es angefangen zu regnen, sodass die steine super glitschig waren. Wir mussten also aufpassen, dass wir nicht ausrutschen und sahen am Ende, wie auf dem Foto zu erkennen ist echt dreckig aus. Die verrueckte ist uebrigens Joli, die das Community Service Programm bei der Hockey Federation macht und auch in KL wohnt. Nachdem wir dann bei stroemenden Regen zurueck gelaufen sind, mussten wir alle erstmal duschen. Abends stand dann ein Video ueber den nationalpark auf dem Programm und danach eine Nachtwanderung durch den Dschungel, die sehr langsam voranschritt, weil alle Angst hatten auf den nassen rutschigen und matschigen Pfaden auszurutschen. Die Joli hat sich natuerlich trotzdem hingelegt und wurde kurz danach auch noch von einem blutsaugenden wurm gebissen, die es dort ueberall gibt. Ueberlebt hat sie es aber trotzdem und wir sind auch ohne weitere Schaeden bei der Aussichtsplattform angekommen, von der aus wir ein paar Rehe mit unseren Taschenlampen sehen konnten. Auf dem Rueckweg haben wir dann noch ein Wildschwein gesehen, das wohl an Menschen gewoehnt war. Dann haben noch ein paar Austauschueler (ATSer) ein leckeren Shake auf einem der "Floating (schwimmende)Restaurants" getrunken und dann noch ein bisschen vor unseren Gaestehaus gechillt, bis es dann schlafen gehen hiess.
Am naechsten Tag war dann volles Programm angesagt. Zuerst natuerlich Fruehstueck, das hier auch aus gebratenen Reis und Nudeln bestand (und da behaupte mal noch einer, dass das asiatische Essen gesund ist und das amerikanische fettig!). Dann wagten wir den Weg in Richtung der laengsten Haengebruecke Malaysias, die trotz Hoehenangst alle betraten. Das gefuehl auf der Bruecke war, als wuerde man wie ein Affe durch die Luefte des dschundels von einem Baum zum anderen fliegen... naja jedenfalls annaehernd! Die Aussicht war schoen, Tiere hat man ausser riesigen Ameisenstrassen an den Baumstaemmen aber leider nicht erblicken koennen. Dann sind wir noch ein bisschen weiter durch den Dschungel gewandert und ich war echt froh, dass ich die letzte Woche oefter joggen war, sodass ich nicht so sehr aus der Puste war. Geschwitz haben wir aber trotzdem alle genug, weshalb nach dem Mittagessen erstamal eine Wasserschlacht zwischen Joli und mir angesagt war!
Nach einer kleinen Ruhepause machten wir uns auf den weg zu den Orang Aslis, das sind die Ureinwohner, die als einzige Menschen in dem Nationalpark leben und jagen duerfen. Sie haben uns gezeit wir sie nur mit einem Ast und einem Stueck Holz Feuer machen und wie sie mit Blasrohren schiessen. Das durften wir auch selber ausprobieren und ausserdem das wasser aus einem Baumstamm kosten. Dann war uns auch schon wieder warm und wir waren bereit fuer ene Bootsfahrt durch Stromschnellen, bei der man "prepared to become wet" sein musste. Wer nach dieser feuchten Bootfahrt noch nicht genug nass geworden war (ich war von oben bis unter durchnaesst), konnte das dann beim Schwimmen im braunen Fluss nachholen. Das war wirklich sehr erfrischen und danach hiess es dann duschen und warm werden. Ja fast ein Wunder: es kann einem auch kalt in Malaysia sein und das gar nicht so selten. Das passiert meistens dann, wenn man nass ist und es windet oder die Kimaanlage fuer hiesige Verhaeltnisse normal aufgedreht ist. Dann gab es abends wieder essen und ein paar AFSer haben sich noch ne Riesige Packung Eiscreme gekauft und ausgeloeffelt!
Am Montag war dann die Ruckfahrt angesagt, bei der wir erst drei Stunden mit den kleinen Holzbooten unterwegs waren und dann in den Bus umbestiegen sind. Die Bootsfahrt verlief allerdings nicht ganz ohne Probleme: nach der ersten viertel Stunde war der tank leer und wir mussten warten bis wir in ein anderes umsteigen konnten. Von dem Fluss haben wir dan noch waserbueffel, Kuehe und Affen gesehen und sind durch komplett unberuehrte natur geschippert. Es war wirklich traumhaft, in wahrsten Sinne des Wotes: das Schunkel des Bootes hat mich schlaefrig gemacht.
Das war mein Trip zu Taman Negara: Wir hatten einfach super viel Spass, haben viel erlebt und nette andere ATSer kennengelernt.
Wenn es mal wieder funktioniert werde ich noch mehr Fotos schicken.